VFC Plauen hält Versprechen und kickt mit Sieg Freital von der Tabellenspitze
Der VFC Plauen traf am Donnerstagabend vor 711 Zuschauern auf den Spitzenreiter der Liga, den SC Freital, und gewann die Begegnung durch einen Elf-Meter-Treffer von Tyron Profis mit 1:0. Das Hinspiel hatten die Spitzenstädter auch nur knapp mit 1:0 verloren. Damals zeichnete sich bereits ab, dass die Freitaler eine gute Truppe beisammenhaben. Doch zuletzt mussten die Gäste bereits in Auerbach Federn lassen und verloren klar mit 3:0. Der Spitzenreiter ist also auch schlagbar. Diese Erkenntnis nahmen die Plauener bei der Spielbeobachtung in der Nachbarstadt mit. So gingen die Gelb-Schwarzen entsprechend motiviert in die Begegnung und zeigten, was eigentlich in der Mannschaft steckt. Mit viel Moral holten sich die Zschach-Schützlinge den Dreier.
Die ersten Spielminuten gehörten den Gästen. Bereits in der vierten Minute musste VFC-Torhüter Simon Schulze das erste Mal eingreifen. Nur eine Minute später setzte Johan Martynets den Ball knapp neben das Tor. Doch gefährlicher zu diesem Zeitpunkt agierten die Gäste. Zweimal kamen sie in der Folgezeit gefährlich vor das Plauener Gehäuse. Doch William Wessely konnte seine Möglichkeiten mit Fuß und Kopf nicht nutzen. Auf der anderen Seite kam Lenny Plank einen Schritt zu spät und auch Profis‘ Schuss wurde Beute von Freitals Torhüter Kamenz. Jetzt war auch der VFC Plauen im Spiel. Eine Schrecksekunde gab es dennoch für die Heimelf. Ein Schuss von der Mittellinie beim aufgerückten VFC-Keeper Schulze landete nur knapp neben dem Pfosten und ersparte den Spitzenstädter eine „kalte Dusche“. Noch ein Seitfallzieher von Philip Weidauer und dann waren die Gefahrenmomente der Gästeelf überstanden. Der VFC Plauen wurde immer stärker und besetzte den Strafraum von Freital zunehmend. Gabriel Michaleks Vorstoß wurde gerade noch abgewehrt. Tyron Haakes Versuch aus spitzem Winkel endete bei Kamenz. Als Haake einen langen Ball auf Profis spielte, konnte der SC-Torhüter Profis nur mit einem Foulspiel stoppen und das im 16-er. Die Folge, Elfmeter – die richtige Entscheidung. Der Gefoulte trat selbst an und ließ Kamenz keine Abwehrchance. „Das Tor wollte ich unbedingt machen, zwar mit Schmerzen im Brustbereich“, verriet der Schütze nach Spielende.
Noch waren 45 Minuten plus Nachspielzeit zu absolvieren. Das wussten beide Mannschaften. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit Chancenvorteilen für die Heimelf. Zunächst blieb Amaar Hussain nach Zuspiel von Haake hängen (56.). Danach scheiterten scheiterten Hussain und Profis am 2:0 (59.). Das sichere 2:0 verpassten die Plauener, als Profis es allein mit einem Schuss aufs Tor versuchte und den zentral freistehenden Martynets übersah. Nur einmal noch wurde es gefährlich vor dem Plauener Tor, als Paul Horschig nach Freistoß den Kopfball knapp über das Plauener Tor setzte. Die Schlussviertelstunde durften die VFC-er in Überzahl spielen, da Rico Tänzer mit der gelb-roten Karte vom Platz flog. Nun eröffnete sich Chance um Chance für den VFC Plauen. Paul Kämpfer, Max Winter und auch der gerade eingewechselt Maurice Wagner hatten gute bis sehr gute Möglichkeiten, den Sack endgültig zuzuschnüren. Am Ende reichte es für einen knappen, aber nicht unverdienten Sieg. Mit dieser Mentalität sollten die Spitzenstädter auch das kommende schwere Spiel am Ostermontag gegen den RSV Eintracht Stansdorf angehen. „Wir gehen das Spiel wie jedes andere Spiel an, egal, ob du gegen den Vorletzten oder den Ersten spielst. Du musst in der Liga alles abrufen. Das wird unser Plan genau wieder sein. Wir wollen probieren, dem Gegner unser Spiel aufzudrücken so wie heute und dann die Chancen auch machen. Die Qualität haben wir. Wir haben eine totale Spielveranlagung, aber in der Liga spielen Kampf, Zweikämpfe und auch ein bisschen die Erfahrung eine wichtige Rolle. Ich bin guter Dinge, wenn wir das auf den Platz bringen“, meinte der Siegtorschütze Profis mit Ausblick auf das kommende Spiel.
Tyron Profis dazu, warum die Leistung innerhalb einer Woche so schwankte: „Wir wussten, was wir vergangene Woche weggeschmissen haben, uns auch nehmen lassen haben, uns auch nicht gewehrt haben. Wir haben uns vorgenommen, ein anders Gesicht zu zeigen. Wir müssen etwas gutmachen. Das war der Plan und das ist uns heute gelungen. Wir können es ja auch. Das, was wir heute gezeigt haben, das ist unser Standard eigentlich. Was für diese Saison problematisch ist, dass wir das nicht in jedem Spiel abrufen konnten. Das würden wir gerne. Heute gewinnen wir 1:0, drei Punkte, hätten höher gewinnen müssen mindestens 2/3:0. Wenn wir etwas Pech haben, fällt wieder Eins rein. Dann steht es 1:1. Wir wollen auf alle Fälle weiter Gas geben und sehen, was die Anderen machen.“
VFC-Trainer Norman Zschach nach der Begegnung: „Das Spiel war ein Spiel auf Augenhöhe mit zwei sehr, sehr guten Mannschaften, die gegeneinander Fußball gespielt haben. Es ist richtig, Freital kam besser ins Spiel. Das hatten wir natürlich anders vor. Nichtsdestotrotz standen wir relativ sicher und haben auch etwas umgestellt im System, um sicherzustellen, dass wir in der Defensive etwas stabiler werden. Das Ganze hat auch gefruchtet. Dann sind wir auch besser ins Spiel gekommen. Durch einen Elfmeter gehen wir vor der Halbzeit in Führung. Meiner Meinung nach war es einer. … In der zweiten Halbzeit bist du natürlich unter Druck. Du musst das zweite Tor im Konter machen, um den Sack zuzuschnüren. Das haben wir leider verpasst. An der Chancenverwertung müssen wir weiterarbeiten. Das ist das, woran es bei uns schon die ganze Saison hapert. … Dann haben wir Konteraktionen 4 gegen 2, die wir kläglich ausspielen. Aber die Mannschaft hat gekämpft, gefightet, alles reingehauen. Das alles wollen wir jetzt mitnehmen in die nächsten Spiele und das schon schon am Montag gegen Stansdorf.“
Aufstellung VFC Plauen: Schulze – Tanriver, Ganime, Michalek (87. Träger), Plank – Limmer/gelbe Karte (87.Schubert), Beal – Haake/gelbe Karte, Hussain/gelbe Karte (71. Winter), Martynets (87. Wagner) – Profis/gelbe Karte (78.Kämpfer)
Tore: 1:0 Profis (47.)
Zuschauer: 711
Schiedsrichter: Til Kiwitt

Foto+Bericht: Ilong Göll