Sachsenpokal: BSG Stahl Riesa gegen VFC Plauen 2:1 (1:0)

VFC Plauen fliegt mit indiskutabler Leistung aus dem Pokal

Zugegeben, der Rasen ähnelte eher einer Wiese. Dass man darauf aber Fußball spielen oder zumindest Fußballkämpfen kann, das bewiesen die Riesaer. Das tat die Heimelf mit einem erkennbaren Siegeswillen eindrucksvoll und kickte sich verdient ins Halbfinale. Das volle Haus, das sich der Plauener Anhang im nächsten Pokalfight, sprich Halbfinale, so sehr gewünscht hatte, wird es in Riesa geben. Eine Enttäuschung für die zahlreich mitgereisten Fans aus Plauen und auch für den Kassenwart der Gelb-Schwarzen. Nein, mit solch einer Einstellung oder vielleicht auch Verunsicherung hat man das Weiterkommen einfach nicht verdient. Der Stachel der Enttäuschung sitzt nach diesem schwachen Spiel bei den treuen Fans des VFC Plauen jedenfalls sehr tief.

Das Spiel begann wild auf beiden Seiten, aber die Heimelf bekam mit dem frühen Treffer in der 8. Minute durch Marlon Kost, der völlig frei nach einem Eckstoß einköpfen konnte, mehr Ruhe ins Spiel und mehr Struktur in die Begegnung. Ihre Körpersprache war klar definiert: Wir wollen das Spiel gewinnen. Gutes Zweikampfverhalten, schnelle und gefährliche Konter und ungebrochener Kampfeswillen – dem hatte der VFC Plauen nichts oder nur sehr wenig entgegenzusetzen. Schwach getretene Standards, einst ein Paradestück der Spitzenstädter, ungenügendes oder glückloses Gegenpressing, kaum Spielaufbau prägten das Spiel der Gästeelf. Erst in der 44. Minute setzten die VFC-er durch Tyron Profis den ersten Schuss Richtung Riesa-Tor. Der Ball ging knapp am Tor vorbei. Das war es dann auch schon. Es konnte nur besser werden in Halbzeit zwei.

Doch viel besser wurde es auch nicht. Die Heimelf begann scharf, gleich mit zwei Schüssen Richtung VFC-Tor. Etwas Hoffnung kam auf, als Paul Kämpfers langer Einwurf bei Matheus Beal ankam, der aber die Kugel über das Tor platzierte. Nach einer knappen Stunde wechselte der VFC gleich vier Spieler. Besser wurde das Spiel aber nicht. Mit einem Sonntagsschuss erhöhte Jarolav Benda auf 2:0. Erfreulich danach war, dass Tyron Leon Haake nur zwei Minuten später auf 2:1 verkürzte. Zumindest ging dann ein Ruck durch die Mannschaft. Sie drückte auf den Ausgleich und hatte Pech, dass sie einen Ball aus dem Gewühl heraus nicht über die Torlinie brachte. Dann verpasste Amaar Hussain nur knapp. Der Druck kam leider zu spät. Die Heimelf verteidigte den knappen Vorsprung mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln und durfte jubeln, während die Plauener mit hängenden Köpfen aus dem Spiel gingen.

Den Aufsichtsratsvorsitzenden des VFC Plauen, Herrn Reiher, ärgerte die Niederlage deshalb: „Das Halbfinale als Heimspiel einfach so wegzuwerfen. Fußball ohne Leidenschaft wird nie funktionieren, nie. Wir haben dann Leidenschaft gezeigt, als wir schon verloren hatten. Dann haben wir versucht, Fußball zu spielen, das Spiel anzunehmen, das Pokalspiel so anzunehmen, wie man das von der ersten Minute an annehmen hätte müssen.“

VFC-Trainer Norman Zschach äußerte sich, wie folgt: „Ich bin total enttäuscht über das Auftreten in der ersten Halbzeit. Wir haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden, haben Null Kampfgeist gezeigt, haben keinen einzigen Zweikampf geführt, haben nicht das gespielt, was eigentlich unser Spiel ist, haben viel mit langen Bällen gearbeitet. Wir haben nicht verstanden, wenn wir gegen eine Landesligamannschaft spielen, die wirklich robust ist und uns von der Körpergröße überlegen ist, mit anderen Mittel zu spielen. Und das ist einfach enttäuschend. Obwohl es junge Spieler sind, haben sie alle eine gute Ausbildung genossen und wissen eigentlich, wie man solche Spiele angehen sollte. Das hat heute einfach gefehlt.“

Fazit zum Spiel: Der VFC Plauen hat in diesem Spiel viele Plauener verärgert, nicht nur Fans. Er hat ein Spiel mit großem Zuschauerwert verspielt und zudem die Möglichkeit vergeben, dem VFC Plauen ein paar Euro in die Kasse zu spülen. Es war somit leider ein sehr gebrauchter Nachmittag.

 

VFC Plauen: Schulze – Schubert (57. Tanriver), Michalek, Haake, Glaser (57. Hussain) – Limmer, Beal – Matynets, Winter (57. Ganime), Kämpfer (57. Träger) – Profis

Tore: 1:0 Kost (8.), 2:0 Benda (71.), 2:1 Haake (73.)

Zuschauer: 1055

Schiedsrichter: Nicholas Köhler

Bild+Text: Ilong Göll