Wer sich am Sonntag entschloss, um 11 Uhr mit einem müden „Moin“ auf dem Stadiongelände zu erscheinen, brauchte sein Kommen nicht bereuen. Zwei bis in die Haarspitzen motivierte Mannschaften trafen aufeinander, ohne dass eine von ihnen auch nur minimal favorisiert war. Beide zeigten den Fußball, den es braucht, um am Ende erfolgreich zu sein, wenngleich die Gelb-rote Karte den SV 03 letztlich stärker in die Defensive zwang. Dennoch blieben die Gäste bis zur ihrer letzten Aktion, einem Freistoß in der 120.+3. Minute torgefährlich.
Der Reihe nach: Es war Pokal vom Feinsten. Verbale Reibereien, kleine Nicklichkeiten, versteckte Fouls, das „Belöffeln“ der Schieris von den Bänken – alles hatte seine Zeit in diesem Spiel, auch freundschaftliche Gesten zwischen beiden Teams. Aber es war klar erkennbar, dass das Weiterkommen im Fokus stand. Die Kottengrüner gerieten zunächst mehr unter Druck. Maximilian (16.) und Ömer (18.) hatten klare Torchancen. Leider musste Basti schon in der 22. Minute verletzt ausgewechselt werden – bitter für die Mannschaft und für ihn selbst. Becks übernahm Position und Kaptitänsbinde. In der 26. Minute musste Stefan schon mal eine Glanzparade zeigen, damit die Zweite nicht in Rückstand geriet. Trotz einer intensiven ersten Hälfte ging es mit 0:0 in die Pause.
Und intensiv ging es sofort weiter, Lenny rettete nach Wiederanpfiff auf der Torlinie. Es wurde hektischer auf dem Platz und lauter an den Seiten. Ein „Übertreten!“-Ruf von der Plauener Bank, harsche Reaktionen von der SVK-Seite, ein Freistoß an der Strafraumkante von Max, der in der Mauer hängen blieb und noch weitere Minuten Austausch zwischen den Bänken – das Adrenalin waberte über den Platz. Da müssen sich die Kottengrüner auch die Frage gefallen lassen, ob sie bei der gleichen Situation auf der anderen Seite nicht genauso im ersten Impuls den Regelverstoß moniert hätten?
Mit den Worten „Wir müssen gar nicht so oft nach vorn. Kontrolle ist wichtig!“ lenkte der Trainer das Spiel wieder in geordnetere Bahnen. Möglicherweise mussten die Kräfte auch länger als 90 Minuten reichen. Ein Tor von Max in der 84. Minute wurde wegen Abseits nicht gegeben. Matteo besaß in den letzten beiden regulären Minuten zwei ordentliche Chance, um den Sieg klarzumachen. Aber Arne Altmann parierte zwei Mal ganz groß.
SR Mirko Modes bat also zur Verlängerung. Zuerst lagen die Vorteile auf Seiten des VFC II, weil in Überzahl. Max jagte einen Schuss nur um Zentimeter über die Querlatte. Doch in der zweiten Hälfte riskierte Kottengrün alles, nun mit den Routiniers Sandy und Lars Trippner vorn drin. Cvetko wurde mehrmals zu Großtaten gefordert. Und gerade als Peter Gottschalk überlegte, ebenfalls mehr zu wagen, fiel die Entscheidung. Max und Collin überliefen die aufgerückte SV-Abwehr, mit dem Querpass nahm Max den Keeper aus dem Spiel, und Collin musste nur noch einschieben. Die Erleichterung war riesig. Und auch Kottengrün wusste, das war die Entscheidung! Nun wartet die nächste Runde.
In der kommenden Woche steht allerdings erstmal das Spitzenspiel der Liga bei Stahlbau an. Die SG unterlag im Pokal nur knapp 3:4 gegen Vogtlandligist Fortuna.
Aufstellung VFC II:
Cvetkovic – Wolf/C (22. Becker/C), Böttcher, Weiß (36. B. Zschach, 102. Khalil), Richter, Schulz, Mohammedi, Zapf, Gönül, Walzel, Bormann.
Tore: 1:0 Zapf (116.).
SR: Mirko Modes.
Gelbe Karten: Weiß, Walzel, Mohammadi, Gönül/Balaj, Dörks.
Gelb-rote Karte: Meinelt (80.).
