Der VFC verliert das Gastspiel im Stadion am Zoo, in welchem der gastgebende VfL die Partie im Stile eines Topteams gewinnt. Vor allem in puncto Effizienz war die Niederlage ein Lehrbeispiel.
Aus Halle berichtet Scott Heinrichs
Mit viel Selbstbewusstsein ging der VFC in das dritte Spiel in Serie gegen ein Spitzenteam der Liga, hatte man doch gegen Meuselwitz und Halberstadt vier Punkte holen können. Auch personell konnte Trainer Sven Köhler langsam wieder aus den Vollen schöpfen und „durfte“ sogar ein paar Härtefallentscheidungen treffen – so saßen etwa Sponer, Glaser, Lemba und St. Louis nur auf der Bank, da der VFC mit der identischen Startelf wie beim Heimsieg gegen Halberstadt in die Partie ging.
Spielbeginn ohne große Chancen
Die Partie begann mit Ballbesitzphasen für beide Mannschaften. Die erste Chance hatte Martynets, nachdem VfL-Verteidiger Haese über den Ball schlug. Seinen Abschluss aus spitzem Winkel parierte aber Lohse (8.) – eine Ablage wäre wohl die bessere Option gewesen. Halle meldete sich mit einem Distanzschuss von Lorenz (13.) an, machte aber aus seinem Ballbesitz wenig Zwingendes. Der VFC hatte durch Graham (20.) aus zweiter Reihe noch eine Chance, der Ball rutschte ihm aber über den linken Spann und verfehlte das Tor deutlich. In der Folge kam der VFC bis zur Halbzeit nicht mehr gefährlich in die gegnerische Hälfte, während Halle seine stärkste Phase des Spiels einleitete.
96 drückt
Und der VfL kam mit der ersten klaren Chance zum Tor: Nach einem frühen Ballgewinn erlief Jagupov, Top-Torjäger der vergangenen Oberliga-Saison, den Ball auf links, zog in den Strafraum und spielte einen guten Querpass in die Mitte, den Schulze nicht entschärfen konnte – Kurti musste den Ball nur noch über der Linie schieben (24.), die Führung für die Hallenser.
96 probierte sich nochmal vor der Pause: Nach einem Eckball wurde der Kopfball von Haese auf der Linie geklärt (37.), einen weiteren Kopfball aus allerkürzester Distanz lenkte Schulze per Glanzparade auf die Oberkante der Latte (38.). Einen Schnitzer von Halle-Keeper Lohse, der über den Ball schlug, konnte der VFC kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht nutzen. Die Führung für die Gastgeber ging in Ordnung.
Jagupov eiskalt
Der VFC nahm sich nach dem Pausentee sichtbar viel vor und lief im hohem Tempo die Abwehrreihe des VfL an. Umso bitterer, dass sich die Köhler-Elf dafür nicht belohnte, im Gegenteil: Martynets konnte einen Ball im Spielaufbau nicht kontrollieren, Halle nutzte in Person von Mihov die Lücke in der zu breit postierten VFC-Abwehrkette per Traumpass aus. Alleine vor Schulze ließ sich Jagupov nicht zweimal bitten und schob eiskalt in die rechte untere Ecke ein – das 2:0 (52.).
VFC drückt
Danach entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, Großchancen blieben auf dem schweren Geläuf aber Mangelware. Eine Eingabe von Beal brachte Martynets nicht aufs in Richtung Kasten (54.), ein Distanzschuss von Kämpfer kam zwar aufs Tor, war aber zu zentral (65.). Gleiches galt für Trägers Versuch mit seinem schwachen rechten Fuß (72.). Limmers Schuss wurde über das Tor abgefälscht (81.). Die bis dahin beste Gelegenheit auf den Anschlusstreffer ließ der VFC dann aus: Eine Ecke von Martynets nahm der eingewechselte Krantz stark per Direktabnahme, die Lohse aber noch stärker parierte (82.).
Nach einem Distanzschuss von Beal (86.) hatte St. Louis noch eine Großchance – nach einem langen Ball war er alleine durch, brachte den Ball aber in der 91. Minute nicht an Lohse vorbei. Es blieb beim 2:0 für Halle, die nicht unbedingt zwei Tore besser, aber zwei Tore effizienter waren.
Damit rissen zwei Positivserien der Köhler-Elf: Nach fünf ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie kassierte der VFC mal wieder eine Pleite, zudem blieb man erstmals seit der Derby-Niederlage in Auerbach ohne eigenen Treffer. Die Möglichkeit es besser zu machen, gibt es am nächsten Samstag: Dann steht die längste Auswärtsfahrt der Saison nach Frankfurt/Oder an. Anstoß im altehrwürdigen Stadion der Freundschaft ist um 13:30 Uhr.
Stimmen zum Spiel
VFC-Trainer Sven Köhler: „Am Ende verlieren wir das Spiel zu einfach. Beim ersten Gegentor verteidigen wir es schlecht, das zweite ist von Halle gut gemacht. Am Ende ist ein Scheißergebnis bei einem Spiel, das wir gar nicht unbedingt hätten verlieren müssen. Wenn wir in der Chancenverwertung besser sind, nehmen wir hier sogar was mit.“
Daten zum Spiel
VFC: Schulze – Plank (63. Sponer), Träger, Kunstmann, Limmer, Ganime (80. Lemba), Beal, Hussain (63. Philipp), Martynets, Kämpfer (80. Krantz), Graham (63. St. Louis)
Tore: 1:0 Kurti (24.), 2:0 Jagupov (52.)
SR: Tobias Grzelka (Greifswald)
Zuschauer: 121